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Kundenwertorientierte Entwicklung am Beispiel der Antriebstechnik
Ausgangssituation
Das betrachtete Unternehmen ist ein international agierender Hersteller
von Antriebstechnik. Durch das zunehmende Angebot zahlreicher
branchenspezifischer Sonderlösungen über mehrere Produktlinien ist das
gesamte Produktprogramm stark gewachsen und sollte durch
Standardisierungen wieder schlanker gestaltet werden. Dabei sollte
gleichzeitig auch einer frühzeitigen Kundenintegration Rechnung
getragen werden, die insbesondere im Investitionsgüterbereich zunehmend
an Bedeutung gewinnt. Der Untersuchungsbereich fokussierte sich auf
Hubwerksantriebe für Krananlagen, für die eine Internet-gestützte
Conjoint-Analyse zur Identifikation der Kundenanforderungen
durchgeführt wurde.
Vorgehensweise
In gemeinsamen Workshops, an denen Unternehmensvertreter aus den
Bereichen Entwicklung, technischer Vertrieb, internationaler Vertrieb
sowie Service teilnahmen, wurden diejenigen Merkmale und Ausprägungen
der Antriebe herausgearbeitet, die für das neue Produktkonzept aus
Kundensicht für die Kaufentscheidung relevant sind. Als Beispiel sei
die Hubgeschwindigkeit genannt, die als Ausprägungen z.B. 0,6/4 oder
1/6,3 [m/min] annehmen kann. Anhand der definierten
Merkmale und Ausprägungen wurde dann ein Erhebungsdesign für die
Conjoint-Analyse erstellt und in einem software-basierten Tool
umgesetzt. Es wurde das Verfahren der Adaptiven Conjoint-Analyse (ACA)
angewendet, das hauptsächlich mit Paarvergleichen zusammengestellter
Produktkonzepte arbeitet, um dem Befragten stets ein Abwägen
verschiedener Merkmalskombinationen abzuverlangen. Das Tool
berücksichtigt dabei jeweils die zuvor gegebenen Antworten in einem
Algorithmus und stellt die nächsten Fragen darauf aufbauend für jeden
Befragten individuell zusammen. Die Befragung selbst wurde
in enger Zusammenarbeit mit dem internationalen Vertrieb vorbereitet
und begleitet, indem alle Befragten persönlich angesprochen und in die
Conjoint-Analyse eingeführt wurden, um valide Ergebnisse erhalten zu
können. Die Befragung erstreckte sich insgesamt über vier Wochen und
wurde über das Internet weltweit bei folgenden drei Zielgruppen
durchgeführt: - Externe Kunden
- Internationale Vertriebsmanager
- Internes Projektteam
Die
größte Anzahl von Probanden gehörte zur ersten Zielgruppe, wobei hier
zusätzlich nochmals zwischen verschiedenen Funktionen der Befragten
unterschieden werden konnte (z.B. Einkäufer, Entwickler, Manager). Die
meisten Kunden waren Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus, die
die Hubwerksantriebe in ihren Produkten weiterverarbeiten. Die zweite
Zielgruppe der Befragung waren unternehmensinterne sowie -externe
Vertriebsmanager, die die Hubwerksantriebe weltweit verkaufen.
Schließlich waren auch die Mitglieder des internen Projektteams
aufgefordert, die Conjoint-Analyse aus ihrer Sicht zu beantworten, um
einen Vergleich zur externen Sichtweise herstellen zu können. In
der letzten Phase wurden die Ergebnisse der Befragung ausgewertet,
indem die relativen Wichtigkeiten der Merkmale sowie die Nutzenwerte
der einzelnen Ausprägungen berechnet wurden. Die Ergebnisse wurden
sowohl separat für die drei Zielgruppen als auch für die gesamte
Stichprobe ausgewiesen. Des weiteren wurden Markt- und Segmentanalysen
(Sensitivitätsanalysen) durchgeführt, mit denen das Marktverhalten bei
Veränderungen ausgewählter Produktmerkmale simuliert wurde. In einem
abschließenden Workshop wurden alle Erkenntnisse aggregiert und
gemeinsam als Handlungsempfehlungen formuliert, die bei der Entwicklung
des neuen Produktkonzeptes für die Hubwerksantriebe Berücksichtigung
gefunden haben.
Ergebnisse
Durch die Segmentierung in drei Zielgruppen konnten erhebliche
Unterschiede in der Präferenzstruktur zwischen interner und externer
Sichtweise aufgedeckt werden. Bei einigen Produkteigenschaften waren
Entwicklung und Vertrieb gleichermaßen überrascht, wie stark die
Kundenpräferenzen teilweise von den erwarteten Werten abwichen. Die
erarbeiteten Handlungsempfehlungen konnten bei einigen Merkmalen direkt
in eindeutige Produktkonfigurationen umgesetzt werden. Bei anderen
Merkmalen wurden durch die Ergebnisse der Conjoint-Analyse umfangreiche
Kundengespräche für eine intensivere Integration der
Kundenanforderungen initiiert. Insbesondere im Bereich der
Investitionsgüter hat sich die Conjoint-Analyse als erfolgreiches
Instrument erwiesen, um die Kundenintegration in die
Neuproduktentwicklung zu steigern. Zudem bietet eine Internet-gestützte
Befragung die Möglichkeit, alle relevanten Kundensegmente weltweit
einzubinden und somit wertvolle Hinweise für eine kundenwertorientierte
Produktgestaltung zu erhalten. nach oben
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Literatur
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Kundenorientierung Einführung eines Beschwerdemanagements und Ausrichtung von Vertrieb, F&E, Produktion und Mitarbeitern auf Kundenbedürfnisse  Leitfaden Kundenorientierung |
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News
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