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Behältermanagement am Beispiel eines Zulieferunternehmens für die Automobilindustrie
[27.02.2007]
Das betrachtete Unternehmen, ein Zulieferer der
Automobilindustrie, erzielte in 2005 weltweit einen Umsatz von mehreren
Millionen EUR. Aufgrund des starken Wachstums in den vergangenen Jahren
hat das Unternehmen seine eigenen Fertigungskapazitäten deutlich
erhöht. Ferner wurden für einige Produkte Teile des Fertigungsprozesses
an externe Dienstleister übertragen. Mit der Erhöhung des
Produktionsvolumens stieg parallel der Umlaufbestand an
Halbfertigteilen, was zu einer Verknappung von Behältern führte.
Betroffen waren hierbei sowohl die internen als auch die externen
Behälterkreisläufe. Obwohl das Unternehmen neue Behälter beschafft
hatte, fehlten in der Produktion immer wieder die geeigneten Behälter
für die Halbfertigteile. Das TCW wurde deshalb beauftragt, die
vorhandenen Behälterkreisläufe zu analysieren und ein effizientes
Behältermanagement einzuführen.
Das Projekt startete mit der Analyse der internen und externen Behälterkreisläufe
für alle aktiven Artikel. Dabei zeigte sich, dass das Fehlen von
externen Behältern durch den Mangel an internen Behältnissen verursacht
wurde. Die Fertigung hat sich bei fehlenden internen Behältern immer
wieder mit externen Behältern beholfen um weiter produzieren zu können. Für den Mangel an internen Behältern wurden verschiedene Gründe gefunden: - Die Umschlagshäufigkeit der Halbfertigteile war zu gering.
Dies führte zum einem zu unnötig hohen Umlaufbeständen. Zum anderen
wurde hierdurch eine ebenso unnötige Anzahl an Behältern durch die
Halbfertigteile gebunden.
- Es herrschte eine hohe Varianz an unterschiedlichen Behältertypen.
Einige Artikel konnten in verschiedenen Behältertypen transportiert und
gelagert werden, während andere Artikel nur in einem speziellen
Behälter gelagert werden durften. Durch ein fehlendes
Behältermanagement wurden immer wieder dringend benötigte Behälter
allokiert. Dies hatte zur Folge, dass Teile immer wieder von einem
Behältertyp in einen anderen umgefüllt wurden, was wiederum die
Durchlaufzeiten deutlich erhöht hat.
- Die Kompatibilität der Behältertypen zu den Maschinen war teilweise nicht vorhanden.
Einigen Behältertypen konnten nicht in die Maschinen eingelastet
werden. Diese führte dazu, dass die Teile in solchen Behältern vor der
Bearbeitung in andere Behältertypen umgefüllt werden mussten. Nach der
Bearbeitung durch die Maschine wurden die Teile wieder in die
ursprünglichen Behälter zurückgefüllt, damit die zu der Maschine
kompatiblen Behälter für die demnächst zu bearbeitenden Teile wieder
frei wurden.
Um die Behälterknappheit in den Griff zu bekommen, wurde ein internes Behältermanagement mit den Gestaltungsprinzipien Standardisierung, Behälteridentifikation und Behältermonitoring
konzipiert und eingeführt. Das Gestaltungsprinzip Standardisierung
verfolgte zum einen das Ziel, die Anzahl der unterschiedlichen
Behältertypen zu reduzieren. Hierbei konnten zwei von sechs
Behältertypen ausgemustert werden. Das zweite Ziel der Standardisierung
war eine eindeutige Zuordnung von Artikel zu den jeweiligen
Behältertypen. Hierbei waren die Mengengerüste der verschiedenen
Artikel sowie die Anzahl der verfügbaren Behältertypen zu
berücksichtigen. Im Rahmen der Behälteridentifikation wurden
alle Behälter mit einem Mikrochip, einem so genannten RF-Tag versehen.
Durch spezielle RF-Scanner an verschiedenen Punkten in der Fertigung
war es nun möglich, jeden einzelnen Behälter mit einem EDV-System zu
verknüpfen und die Behälter zu buchen. Für das Behältermanagement
konnten so bei jeder Buchung Informationen wie Füllmenge, Standort,
Anzahl der allokierten Behälter durch einen Artikel, etc. erfasst
werden. Durch die Behälterindentifkation wurde die Voraussetzung für
ein permanentes Behältermonitoring geschaffen. Aufgabe des Monitorings
war es, die Anzahl der freien und allokierten Behälter
gegenüberzustellen und so eine Aussage über den Nutzungsgrad, die
Umschlagshäufigkeit und den Standort eines jeden Behälters zu bekommen.
Ferner war es durch das Behältermonitoring möglich, einen
drohenden Behältermangel rechtzeitig zu erkennen und entsprechende
Gegenmaßnahmen einzuleiten. Durch die Einführung eines internen Behältermanagements konnten die Durchlaufzeiten um 18% verkürzt werden und die Umschlagshäufigkeiten der Halbfertigteile um 23% gesteigert werden. Ferner war es möglich, den Umlaufbestand für Behälter und Halbfertigteile um 19% zu verringern.
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Weiterführende Literatur
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