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Das Management intelligenter Technologien als Kernkompetenz
[23.03.2000]
E-Technologien sind nur etwas für Informatik-Spezialisten ... Aber hat
man das vor fünf Jahren nicht auch von Internet und e-mail gedacht?
Heute zählen sie zum betrieblichen Alltag einer Führungskraft. Den
nächsten Schritt stellen virtuelle Märkte dar. Prognosen gehen davon
aus, dass schon im Jahr 2003 ein Marktvolumen von über 1,3 Billionen
US-Dollar entstanden sein wird. Online Business und Electronic Sourcing
übernehmen zunehmend strategische Schlüsselfunktionen zum Erreichen und
Verteidigen der Wettbewerbsfähigkeit. Dies gilt nicht nur für globale
High-Tech-Unternehmen, sondern auch und insbesondere für den
Mittelstand, der auf diesem Weg schnell, flexibel und kostengünstig
kaufen und verkaufen kann. Das effektive und effiziente Managen
intelligenter Technologien wird zur neuen Kernkompetenz zukunftsfähiger
Unternehmen. Lediglich diejenigen, die sich frühzeitig auf diese Trends
einstellen, werden die Lernkurve schnell bewerkstelligen. Dabei warten
folgende Fragen auf Antworten: ...
- Welche neuen Technologien schaffen Kundenbindung und nachhaltiges Unternehmenswachstum?
- Wie sind diese Technologiestrategien vom Management umzusetzen? Wo liegen unsere Kernkompetenzen?
- Wann ist der optimale Markteintrittszeitpunkt?
- Sollen wir eigenständig oder in Netzwerken den Markt betreten?
- Kann unser Unternehmen Electronic Business sowohl gegenüber Kunden als auch Lieferanten betreiben?
- Lassen sich die Erfahrungen globaler Unternehmen auf den Mittelstand übertragen?
Eigene Kernkompetenzen identifizieren und ausbauen
‘Kernkompetenz‘
ist das neue Zauberwort im Management. Es ist wunderschön, etwas zu
können, was sonst kein anderer kann. Es freut alle Techniker und
Naturwissenschaftler. Aber eine solche Kernkompetenz macht nur Sinn,
wenn sie auch einen ‘USP‘ schafft. Sonst ist sie nur etwas für das
Guiness-Buch der Rekorde. Kernkompetenzen lassen sich als
Fähigkeiten definieren, die durch eine hohe Wettbewerbswirksamkeit auf
den Märkten und einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber der
Konkurrenz gekennzeichnet sind. Diese Kernkompetenzen sind jedoch nicht
nur auf Endprodukte zu beziehen, sondern es kann sich auch um die
herausragende Beherrschung von Produktentwicklungsprozessen, um den
Aufbau stabiler Kundenbeziehungen oder um das erfolgreiche Management
neuer Technologien handeln. Die dazu erforderlichen
Fähigkeiten liegen in erster Linie im methodischen und
organisatorischen Bereich, müssen jedoch durch adäquates Personal
getragen werden. Kernkompetenzen müssen direkt oder indirekt, bei
E-Technologien etwa über ihre Umsetzung in kurze Lieferzeiten, vom
Kunden wahrgenommen und honoriert werden. Sie können vom Wettbewerber
nicht oder nur unter erheblichem zeitlichem und kostenmäßigem Aufwand
imitiert werden. Der Vorteil der Differenzierung ist langanhaltend. Die
Kombination unterschiedlicher Kernkompetenzen schafft Möglichkeiten zur
Erstellung völlig neuartiger Produkt- und Service-Konzepte (Beschaffung
und Verkauf über Internet), die bislang nicht nachgefragt wurden,
ebenso wie den Zugang zu neuen Märkten, die bislang nicht bearbeitet
wurden (Zugang zu internationalen Märkten durch Online-Auktionen), bis
hin zur Schaffung neuer Märkte (Abfallbörsen im Extranet). Systematisch
nicht weiterentwickelte Kernkompetenzen führen dazu, dass
Synergiepotentiale insbesondere in fragmentierten Marktsegmenten nicht
genutzt werden, der Beitrag der Lieferanten für Kernkompetenzen
unterschätzt wird, zu wenig in den Aufbau zukünftig relevanter
Kompetenzen investiert wird und keine ausreichenden
Verteidigungsmöglichkeiten gegenüber potentiellen Wettbewerbern gegeben
sind. Das Management von Kernkompetenzen erfordert, sie zu
identifizieren und in ihre Einzelbestandteile bis auf die Ebene von
Personen und ihren Fähigkeiten aufschlüsseln zu können. Die
Identifikation und der Ausbau von Kernkompetenzen ist ein Lernprozess.
Seine Steuerung darf weder dem Zufall überlassen, noch aus politischen
Erwägungen heraus vollzogen werden. Auch eine rein technologische
Perspektive greift zu kurz, da ihre Weiterentwicklung stark von
personellen Randbedingungen abhängt. Unternehmen, die den Wert von
Kernkompetenzen erkennen und sie systematisch weiterentwickeln, sind in
der Lage, auf Basis der Kernkompetenzen schneller innovative
Problemlösungen anbieten zu können. Kernkompetenzen ermöglichen damit
sowohl die schnellere Befriedigung von Kundenwünschen als auch die
Erzeugung neuer Nutzenarten.
E-Commerce in Deutschland
Jeder weiß, dass über das Internet Informationsasymmetrien von Märkten
abgebaut werden können und es weltweit zu einem fast ‘vollständigen‘
Markt kommt. Aber nicht nur dieser Vorteil für den Kunden, sondern auch
der Nutzen aus dem Dirketmarketing der Hersteller zum Kunden und die
Geschäfte der Unternehmen untereinander machen die Faszination des
‘Electronic Business‘ aus. Zählt E-Commerce zu den neuen
Kernkompetenzen in Deutschland? Nach einer kürzlich veröffentlichten
Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft setzen nur wenige
deutsche Unternehmen das Internet für ihre Geschäfte ein: Mehr als die
Hälfte der Unternehmen sehe keine Veranlassung, die Möglichkeiten des
Electronic Commerce für sich zu nutzen. Was unverständlich erscheint,
da schon für das Jahr 2000, selbst nach vorsichtigen Schätzungen, ein
Absatz von Waren und Dienstleistungen in der Bundesrepublik über das
Internet im Wert von fast 7 Milliarden Mark prognostiziert wird. Wo
liegen die Gründe hierfür? Zum einen wird dieser Absatzweg der Zukunft
unterschätzt, auch aufgrund mangelnder Transparenz und Vertrautheit mit
diesem Medium, zum anderen aber erscheint das Internet vielen nur als
Darstellungsbühne für eigene Produkte, also für den eigenen Vertrieb.
Zu einem Markt gehört jedoch nicht nur das Angebot, sondern auch die
Nachfrage. Eben diese stellt die Beschaffung der Unternehmen dar.
Nachdem Einsparpotentiale auf der Produktionsseite weitgehend
ausgeschöpft wurden, kommt dem Einkauf eine Schlüsselstellung für den
Unternehmenserfolg zu. Hier sollten alle verfügbaren Tools genutzt
werden, um die Effizienz zu steigern und Komplexität zu verringern. Virtuelle Marktplätze und Electronic Sourcing im Business-to-Business-BereichDer
Durchdringungsgrad und die Akzeptanz von Internet-gestützten
Kommunikations- und Transaktionsformen (e-mail, Web-Pages,
Online-Shops) hat in den letzten fünf Jahren, ausgehend von den USA,
deutlich zugenommen. Den Schwerpunkt bildete in der Vergangenheit der
Business-to-Consumer-Markt (BtC), auf dem Pionier-Unternehmen wie Dell
oder Amazon völlig neue Vertriebswege unter Ausschaltung bestehender
Handelsstufen realisiert haben. Wesentliche Merkmale des
Marktgeschehens sind: - Konzentration auf homogene Güter mit klarer Spezifizierung (Bücher, Hardware, Flug-Tickets),
- Geschäftsanbahnung, ausgehend vom Angebot (Vertriebsorientierung),
- Statik von Preisen ohne Verhandlungssituation (Shop-Lösung) und
- direkte Informationsbeziehung zwischen Anbieter und Nachfrager.
Der
nächste Entwicklungsschritt virtueller Märkte vollzieht sich im Bereich
Business-to-Business (BtB). Anders als im Konsumentenbereich gehen die
entscheidenden Impulse hierbei nicht vom Vertrieb, sondern von der
Einkaufsseite aus. Nicht das Angebot (Push-Strategie auf dem
Konsumentenmarkt), sondern die Nachfrage bildet den eigentlichen
Engpaß, wobei - die herkömmliche Beziehung von
Shop-Lösungen (ein Anbieter präsentiert seine Produkte mehreren
Nachfragern) zugunsten einer Beziehung (viele Anbieter treffen viele
Nachfrager = Marktplatz) weiterentwickelt wird,
- sich die Verschiedenartigkeit der gehandelten Güter deutlich erhöht und
- die Preisfindung auf Basis von Auktionsmechanismen (fluid pricing) erfolgt.
Im
Gegensatz zu Shop-Lösungen handelt es sich bei dieser Transaktionsform
um organisierte Märkte, die von Dienstleistern gegen eine
Umsatzbeteiligung betrieben werden. Diese Marktplätze sind insofern
organisiert, als das Angebot und die Nachfrage auf Basis einer
Plattform zusammengeführt werden (www-domain und Güterklassifikation
des Marktveranstalters). Außerdem folgt der Handel definierten Regeln,
denen sich alle Marktteilnehmer unterwerfen müssen. Gegenwärtig werden
in den USA etwa 140 dieser Auktions-Märkte angeboten. Die
Heterogenität und Komplexität der Güter im industriellen Bereich
erfordert, dass zunächst der Nachfrager seinen Bedarf definiert und ihn
publiziert (Anfragen, Ausschreibungen), bevor Lieferanten reagieren
können. Im Anschluss ist eine Verhandlungssituation herbeizuführen, die
eine flexible Preisfindung zuläßt und den Wettbewerb zwischen den
Anbietern intensiviert. Virtuelle Marktplätze, die auf einer
‘Auktions-Software‘ basieren, decken diese Anforderungen ab. Basierend
auf einer klaren Bedarfsdefinition und auf einem Zielpreis sowie
vorgegebenen Vertragsbedingungen des Nachfragers erhält das niedrigste
Gebot den Zuschlag. Im Gegensatz zum
Business-to-Consumer-Markt treten im Business-to-Business-Markt weitere
Eigenheiten hinzu: Es handelt sich bei den Beschaffungsbedarfen um
genau aber individuell spezifizierte Güter. In den elektronischen
Katalogangeboten jedoch schwanken die Leistungsumfänge der Angebote für
Produkte verschiedener Hersteller, so dass ein Vergleich nur
eingeschränkt möglich ist, die angebotenen Produkte nicht den
Erfordernissen und Wünschen des Kunden entsprechen und eine echte
Markttransparenz nicht erreicht wird. Die additiv angebotene
Möglichkeit, anschließend sofort online bestellen zu können, hilft
dabei nicht. Die entscheidenden Impulse gehen im
Business-to-Business-Markt von der Nachfrageseite aus (Pull-Strategie).
Die Heterogenität und Komplexität der Güter erfordert, dass der
Nachfrager seinen genau definierten Bedarf als Anfrage oder
Ausschreibung publiziert. Hierauf können dann die Anbieter reagieren
und in eine Verhandlungssituation eintreten, die eine flexible
Preisfindung zuläßt. Kundenorientierung und -bindung‘Kunden
binden, Kunden finden‘ so bezeichnet die Telekom Austria ihre
Strategie. Im Hause Volkswagen geht man davon aus, dass sich bereits 20
Prozent der Fahrzeuge über das Internet vermitteln lassen. Beherrscht
der Vertrieb und das Marketing dieses Geschäft, das der
Kundenorientierung neue Dimensionen verleiht? Aktuelle Studien zeigen,
dass die Klassiker der Vertriebsinstrumente und Methoden nach wie vor an
der Spitze liegen: Persönliche Kundenbesuche, ebenso Markt- und
Kundenfeedback sowie Messen und Ausstellungen werden als sehr hoch
eingeschätzt. Doch das Nutzen der neuen Vertriebswege wie
Internet ermöglicht neue Differenzierungspotentiale, die aber erst
durch ein entsprechendes Training der Verantwortlichen erschlossen
werden können. Das Motto läßt sich umschreiben mit ‘Vom stationären
Handel zum Geschäft mit dem virtuellen Kunden‘. Wesentliche Bausteine
sind in diesem Business: Kundenorientierung durch Shop-Realität im
Internet, Relationship-Management, After Sales Communication und
Profiling im One-to-one-Marketing. Damit gilt es, das etablierte
Kundenorientierungsdenken durch ein generatives Lernen in eine neue
Sicht der Kundenorientierung zu verwandeln, in der eine andere
dominante Logik vorherrscht. ‘Wir wissen, wie die Bedürfnisse unserer
Kunden am besten zu befriedigen sind‘ ist eine Einstellung, die eine
echte Kundenorientierung zuläßt. ‘Nur wer seine Kunden kennt,
kann sie richtig bedienen‘, lautet der Leitspruch des Managements der
Kundenbeziehung der Banken. Diese richten ihr
Customer-Relationship-Management nicht nur aus Sicht der
Marketingstrategie, sondern auch in bezug auf Controlling und
Geschäftsführung auf diese Orientierung aus. Zunehmend werden für den
wirkungsvollen Einsatz IT-Tools eingesetzt, die den Entscheidern in
Banken Informationen auf der Basis fundierter Analysen mit modernen
Wissensmanagement-Systemen liefern. Das Ziel des Managements der
Kundenbeziehung ist es, den richtigen Kunden für bestimmte Artikel
adäquat anzusprechen und zu verhindern, dass er zur Konkurrenz
abwandert. Die Strategie der Kundenbindung setzt an der Dauer
der Kundenbindung an, wobei der Gesamtgewinn pro Kunde aus einzelnen
Bausteinen zusammengesetzt wird. Das erste Element ist der Basisgewinn
bei Einstiegsprodukten, hinzu kommt der Gewinn aus der Erhöhung der
Kauffrequenz ‘cross-selling‘, sowie der Gewinn aufgrund der Abnahme von
Zusatzleistungen ‘Systemlösungen‘, der Gewinn aufgrund des Verkaufs von
Neuprodukten, der Gewinn aufgrund von Preiszuschlägen und nicht zuletzt
der Gewinn aufgrund von Neukunden, basierend auf Weiterempfehlung oder
Reputation. Wesentliche Leitlinien des Managements der Kundenbeziehung,
die ein intensives Kennenlernen des Kunden erfordern sowie zu
Wachstumsschüben führen, sind: - Die wertvollen Kunden entdecken,
- die Kundendurchdringung messen,
- gemeinsam am Kundennutzen arbeiten,
- keine Durchschnittsleistung erbringen,
- in Kundenkenntnisse investieren und
- die Organisation kundenbindungsfähig machen.
Die
Kundenbindungsstrategie ist nicht nur gekennzeichnet durch diese
Leitlinien, sondern durch eine neue Marketingausrichtung auf Kunden und
Produkt. Konkretisiert man die Kundenorientierung an den Merkmalen
Individualisierung der Leistung und Intensität der Kundenbindung, so
lassen sich typische Marketingorientierungen differenzieren. Bei einem
geringen kunden- und produktorientierten Integrationsgrad und einem
Absatz-Fokus kann das zugehörige Marketingkonzept als Massenmarketing
bezeichnet werden. Richtet man diesen Marketingansatz verstärkt am
Produkt aus, respektive auf den Kunden, so kann ein Marketing nach Maß
(Fokus Produkt), aber auch ein Beziehungsmarketing der Zwischenschritt
hin zum Individualmarketing sein. Das Individualmarketing öffnet seine
Perspektive sowohl für den Kunden als auch für das Produkt und erreicht
bei einer hohen Individualität eine hohe Kundenbindung. Diese
Marketingausrichtung spiegelt sich auch im Qualitätsmanagement wider.
Der traditionelle Qualitätsbegriff ‘Qualität ist die Beschaffung einer
Einheit bezüglich ihrer Eignung, die Qualitätsforderung zu erfüllen‘
wandelt sich zum kundenorientierten Qualitätsbegriff, der die
Ergebnisorientierung und die gleichzeitige Betrachtung von Produkt und
Service verfolgt. Dabei ist Qualität die Erfüllung von vereinbarten
Anforderungen zur dauerhaften Kundenzufriedenheit. Die Sicherstellung
kundenorientierter Produkt- und Service-Qualität ist Aufgabe jedes
Mitarbeiters gegenüber internen und externen Kunden. Die externen
Kundenanforderungen sind hierbei auszuwählen, interne Kernprozesse zu
identifizieren und Meßgrößen für interne Kernprozesse festzulegen und
deren Veränderungen zu verfolgen. An diesen Meßgrößen lassen sich die
Auswirkungen feststellen und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess
initiieren. Customer Relationship im Vertrieb und Knowledge ManagementKlassische
Hotlines und Massenmailings reichen heute als Vertriebs- und
Marketingwerkzeuge nicht mehr aus. Wer Kunden zielgruppengerecht in der
Kommunikationspolitik ansprechen möchte, benötigt nicht nur
sozio-demographische, sondern auch psychographische Informationen wie
Vorlieben, Wünsche und Interessen. Damit rückt der Kundenservice noch
mehr in den Mittelpunkt des Unternehmens. Das Ziel liegt darin, anonyme
Zielgruppenwerbung durch individuelles One-to-One-Marketing abzulösen.
Intelligente Technologien wie Customer-Relationship-Management-Systeme
lassen dieses Ziel in greifbare Nähe rücken. Solche Programme dienen
dazu, den Datenaustausch zwischen Abteilungen mit direktem
Kundenkontakt und vor- und nachgelagerten Bereichen voranzutreiben.
Darüber hinaus werden auch Datenbanken und Warenwirtschaftssysteme in
diese IT-Lösungen integriert, die die Datenflut in systematisierter
Form in elektronischen Kundenordnern ablegen. So wissen Vertrieb und
Kundenberater jederzeit, welchem Kunden welche Produkte und
Dienstleistungen auf welchem Vertriebsweg zu welchem Zeitpunkt mit
welchem Erfolg angeboten wurden. Diese Bündelung von Informationen
schafft einen Wissensvorsprung gegenüber Wettbewerbern bei den
Erfolgsfaktoren Zeit, Kosten, Qualität und Flexibilität. Der
zielgerichtete Einsatz neuer Technologien kann den Zeitaufwand um bis
zu 35 Prozent reduzieren. Eine Senkung von Streuverlusten in Höhe von
25 Prozent führt darüber hinaus dazu, dass sich die Qualität von
Mailings bei gleichzeitiger Vermeidung fehlgeschlagener Rückläufer
erhöht. Schließlich führen umfangreiche Filterfunktionen von
E-Technologien dazu, dass auch kleinere Markt- und Kundensegmente
flexibel und effizient angesprochen werden können. Infolgedessen haben
Studien belegt, dass eine Verdoppelung der Erfolgsquote von Mailings
durchaus realistisch ist. Netzwerke als neue OrganisationsformenNeue
Medien wie Internet, Intranet und Extranet haben nicht nur Auswirkungen
auf die Kommunikationspolitik mit Kunden und Lieferanten. Vielmehr
ermöglichen und erfordern diese E-Technologien innovative
Organisationsformen wie Netzwerke. Die zunehmende Individualisierung
von Produkten und Dienstleistungen im One-to-One-Marketing führt dazu,
dass Unternehmen kaum noch in der Lage sind, die entstehenden temporären
Marktnischen unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten selbständig zu
bearbeiten. Parallel zur Technologieentwicklung entstehen virtuelle
informations- und kommunikationsbasierte Strukturen zwischen
unterschiedlichsten Unternehmen. Eindeutige Kategorisierungsformen wie
‘Kunde‘ oder ‘Konkurrent‘ werden zunehmend der Vergangenheit angehören.
Firmen, die in einzelnen Geschäftsbereichen auf Netzwerkebene
kooperieren, werden in anderen Segmenten zu den stärksten Wettbewerbern
zählen. Dabei nutzen die Mitglieder einerseits Größe, Ressourcen und
internationale Präsenz der Netzwerke, die normalerweise nur Konzerne
bieten, andererseits die Flexibilität, die den Mittelstand auszeichnet.
Aus dieser Organisationsentwicklung entsteht ein
Groß-Klein-Paradoxon. Zwar werden Unternehmen immer kleiner und
flexibler, aber die globalen Zusammenhänge werden größer und komplexer.
Aufgrund modernster Kommunikations- und Logistikstrukturen ist es für
den Mittelstand häufig schon fast eine Selbstverständlichkeit,
Produktionsstätten an Niedrig-Lohn-Standorten zu eröffnen. Intelligente
Technologien sorgen dafür, dass kleinere und mittlere Unternehmen im
globalen Wettlauf wegen Kapital- und Informationsdefiziten nicht den
Anschluss verlieren. Aber erst Netzwerke von mittelständischen Partnern
gewährleisten den langfristigen Erfolg, indem sie Ressourcen für
Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Absatz optimal allokalisieren. EntwicklungstrendsIntelligente Technologien
sind universell einsetzbar. Als rein interne Medien dienen sie dazu,
das innerbetriebliche Wissensmanagement EDV-mäßig zu unterstützen.
Daten werden somit zu Informationen, die allen Funktionsbereichen zur
Verfügung stehen und individuell auswertbar sind. Darüber hinaus wird
sowohl auf Beschaffungs- als auch auf Vertriebsseite E-Commerce zum
Transaktionsforum der Zukunft. Während es heutzutage noch in der Regel
als Ergänzung zu klassischen Vertriebs- und Einkaufswegen angesehen
wird, löst es in den nächsten 5 bis 10 Jahren die bisherigen Prozesse
vielfach ab. Schon heute geben europäische und amerikanische
Unternehmen etwa 20 Prozent ihres IT-Budgets hierfür aus. Wegen ihrer
Funktionsvielfalt rechnen Analysten mit einem wahren Boom für
intelligente Technologien. Im Jahr 2003 wird nach einer Marktstudie von
Forrester Research im BtB-Bereich ein E-Commerce-Volumen von 1330 Mrd.
US-Dollar realisiert. Der Business-to-Business-Markt außerhalb der USA
wächst dabei vom Jahr 2000 bis 2002 viermal so schnell wie der
Binnenmarkt. Für den Bereich industrieller Online-Auktionen
prognostiziert Keenan Vision ein weltweites Gesamtvolumen von 90 Mrd. $
in 2002. Losgelöst von der tatsächlich realisierten Zahl bleibt
festzustellen, dass es zu einem gravierenden Bruch mit bestehenden
Transaktionsformen kommen wird, und es für Unternehmen unerläßlich sein
wird, sich frühzeitig zu positionieren, um Wettbewerbsnachteile zu
vermeiden. Die meisten Unternehmen nutzen selbstentwickelte,
speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Systeme, denn dieses
Vorgehen verspricht den größten Nutzen. Durch das enge Zusammenarbeiten
mit IT-Dienstleistern erzielen Firmen Lösungen, die besser
zugeschnitten sind als relativ spät auf dem Markt angebotene
Standardsoftware. Die Programmierarbeit für neue Technologien wird
damit auf Spezialisten ausgelagert, das eigentliche Management sollte
jedoch im eigenen Unternehmen verbleiben. Hieran läßt sich erkennen,
dass intelligente Technologien in unmittelbarem Bezug zur
Informationstechnologie zu sehen sind. Das strategische
Technologiemanagement bleibt jedoch nach wie vor eine der zentralen
Aufgaben der Unternehmensführung und wird sich durch das rasante
Wachstum zur neuen Kernkompetenz erfolgreicher Unternehmen entwickeln. Das
effektive Management intelligenter Technologien wird zur neuen
Kernkompetenz zukunftsfähiger Unternehmen. Mit dieser Herausforderung
befaßte sich das 7. Münchner Management Kolloquium am 11. und 12. April
2000 unter Leitung des Autors. Das Top-Management internationaler
Unternehmen und Mittelständler gab Auskunft über Zielsetzungen,
Inhalte, Vorgehensweise und Entwicklungstrends beim Einsatz neuer
Technologien. Folgende Aspekte standen im Vordergrund: - Elektronische Märkte,
- Portfoliomanagement für Kernkompetenzen,
- Knowledge Management,
- E-Technologien im Vertrieb,
- Internationale Einkaufs- und Logistiknetzwerke,
- Technologiestrategien und
- Unternehmensführung und intelligente Technologien.
Weitere Informationen sind dem Tagungsband: zu entnehmen. Weiterführende Literatur zum Thema: Informationen zu unserem Arbeitskreis:Virtuelle Märkte - Einkauf von Commodities nach oben
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Literatur
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Wertsteigerung von Unternehmen. Mit welchen Methoden? Tagungsband des Münchner Management Kolloquiums 2001  Buch Wertsteigerung |
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Literatur
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Kernkompetenzen Leitfaden zur Optimierung der Leistungstiefe in Entwicklung, Produktion und Logistik  Leitfaden Kernkompetenzen |
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