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Delphi-Studie 'Service- und Wissensmanagement' Durch das Managen von Kundenwissen zur Wertsteigerung
[03.09.2000]
Dr. Steffens, MTU Aerospace, brachte es auf den Punkt. ‘Unsere
Entwicklungs-projekte sind sehr kostenintensiv. Rückflüsse können wir
bestenfalls nach 15 Jahren erwarten, schlechtestenfalls nach 25. Für
uns ist es daher höchst relevant, dass wir im Entwicklungsprozess keine
bereits gemachten Fehler erneut machen, sondern bereits gewonnenes
Wissen aktiv nutzen.‘ Eine der wesentlichen Erkenntnisse bei der
Auseinandersetzung mit dieser Thematik war, dass viele hochqualifizierte
Ingenieure mit umfangreichem implizitem Wissen vorhanden sind, diese
sich aber unterhalten müssen - dass also eine Vernetzung dieser Menschen
geschaffen werden muss: ‘Get the people moved, and get them talking.‘
Dieser Slogan verdeutlicht, dass durch das Zusammenbringen von
Personen, beispielsweise von Mitarbeitern und Kunden eine enorme
Innovationskraft steckt. Insbesondere im Servicebereich, dessen
elementare Ressource das Wissen der Kunden darstellt, ermöglicht eine
Verknüpfung von Kundenwissen in Form von Erfahrungen mit
Serviceprodukten und dem Know-how der Mitarbeiter eine Wert- und
Leistungssteigerung für das Unternehmen. Ein effizientes
Wissensmanagement im Unternehmen ist das entscheidende Instrument, um
dieses Wissen zu bündeln vorzuhalten und zu vernetzen, um so durch
individuelle Serviceleistungen einen hohen Kundennutzen zu erzeugen.
Die Expertenbefragung ‘Service- und Wissensmanagement‘ an der sich 95
Unternehmen beteiligten zeigt auf, welche Potentiale durch ein
effizientes Service- und Wissensmanagement-System erschlossen werden
können. Diese Befragungsform wurde gewählt, um durch Bündelung von
Meinungen einer Vielzahl von Fachleuten Trendaussagen zum Service- und
Wissensmanagement zu erhalten. Die Objektivität wird insbesondere
dadurch gewährleistet, dass die Befragung anonym und vertraulich in
Unternehmen durchgeführt wurde. Die Delphi-Studie wurde von der
Stiftung Industrieforschung unter der Projektnummer S 456 unterstützt.
Die Ergebnisse dieser Delphi-Studie verdeutlichen den Wandel der
Wettbewerbsfaktoren für Klein- und Mittelstandsunternehmen, stellt die
Zielsetzungen von Service- und Wissensmanagement-Systemen sowie die
Wirkungszusammenhänge von Service/Innovation und Wissensmanagement dar,
zeigt die Handlungsfelder eines effizient gestalteten Systems auf und
ermöglicht Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger abzuleiten.
Wissensmanagement zur Erarbeitung von Serviceleistungen, welches erst
die Wissensbündelung, -vorhaltung und -vernetzung von bestehenden und
neuen Wissens ermöglicht, ist damit ein wichtiger Bestandteil dieser
Delphi-Studie.
Hervorzuheben sind die erheblichen
Verbesserungspotentiale die aufgrund der Einschätzung der Experten zu
erwarten sind. Der Schwerpunkt liegt auf den Leistungsvorteilen, die
von rund 49% der Befragten in die Kategorie ‘sehr häufig‘ eingeordnet
wurden. Eine Leistungssteigerung von 10-20% scheint den Experten
durchaus realistisch. Prozessverbesserungen werden vor allem bei
Service-, Vertriebs- und Marketingprozesse als auch bei Informations-
und Kommunikationsprozesse gesehen, da diese Teilprozesse wesentlich
vom Wissen sowohl des Kunden als auch der Mitarbeiter bestimmt werden.
Damit zeichnet sich das Service- und Wissensmanagement zur Steigerung
des Kundennutzens als essentieller Stellhebel für die Prozessoptimierung
aus. Qualitätsvorteile und damit Leistungen für den Kunden, die ihn
nicht nur zufrieden stellen, sondern begeistern stehen an dritter
Position. Durch ein Wissensmanagement können Kundenanforderungen
schneller und individueller umgesetzt werden, die wiederum zu
Wettbewerbsvorsprüngen führen. Zur Ausschöpfung dieser Potentiale ist
es entscheidend über ein Knowledge-Awareness-Training das Bewußtsein im
Unternehmen für die strategische Ressource Wissen zu fördern und sich
für die unternehmensspezifische Strategie entweder Kodifizierungs- oder
Personifizierungsstrategie zu entscheiden.
Die jeweils geeignete
Strategie umzusetzen, bedeutet geeignetes methodisches Werkzeug
einzusetzen. Entsprechend der Expertenbefragung wird deutlich, dass
selbst bei der Einführung neuer Systeme und Methoden der Machtfaktor
eine entscheidende Rolle spielt. Rund 57% der Befragten bringen zum
Ausdruck, dass Service- und Wissensmanagementsysteme durch Macht
gefördert werden. Dagegen sprechen sich rund 75% gegen eine Förderung
des Systems durch Kenntnisse der unternehmensinternen Prozesse aus.
Auch eine Förderung des Service- und Wissensmanagement-Systems durch
Fachwissen wird angesichts der Befragung von 84% der Beteiligten nicht
durchgeführt, so dass sich letztendlich die Unternehmen für den
fördernden Einsatz von Macht entscheiden. Der Anstoß für die Schaffung
eines Wissensmanagement-Systems geht im überwiegendem Maße vom Top
Management aus, wohingegen für die Förderung des Systems durch
Fachwissen die Spezialisten an erster Stelle stehen. Dabei werden im
Hinblick auf die Aktivitäten im Wissensmanagement unterschiedliche
Methoden eingesetzt. Von den zur Auswahl stehenden Methoden: Quality
Function Deployment, Benchmarking, Metaphern, Kreativitätstechniken,
Stakeholder Management und (Technologie-)Bewertungsmethoden wird vor
allem das Benchmarking, die (Technologie-)Bewertungsmethoden sowie
Kreativitätstechniken als erfolgreich eingestuft, um
Wissensmanagement-Aktivitäten zu forcieren. Weiterführende Literatur: nach oben
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Literatur
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Fähigkeitsmanagement Die Profitabilität des verborgenen Kapitals – Fähigkeiten des Unternehmens nutzen und erweitern  TCW Report Fähigkeitsmanagement |
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