Fallstudie: Logistisches Lieferantenmanagement im Maschinenbau
[30.04.2007]
Bei dem untersuchten Unternehmen handelt es sich um einen
Hersteller von Maschinen. Die Leistungserstellung wird an mehreren
Standorten erbracht. Neben eigenen Werken wird durch einen stetigen
Anstieg des Auftragseingangs vermehrt auf externe Kapazitäten
zurückgegriffen. Die steigenden Auftragszahlen waren nicht nur für die
Produktion des Unternehmens eine neue Herausforderung, sondern auch für
die Zulieferer. Steigende Bedarfszahlen zu beschaffender Teile führten
zu einer sinkenden logistischen Performance der Lieferanten. Eine
Liefertreue von unter 40% war keine Seltenheit und führte in der
Produktion zu erheblichen Turbulenzen.
Aus der Notwendigkeit der Sicherstellung der Versorgung der Produktion ergab sich die Notwendigkeit, ein logistisch orientiertes Lieferantenmanagement zu implementieren. Das
Ziel des Projekts war die Sicherstellung der Versorgung der Produktion
mit Zukaufteilen durch die Implementierung geeigneter logistischer
Konzepte. Die Erreichung der Zielsetzung bedingte eine enge
Zusammenarbeit mit den Lieferanten, da die Mehrzahl der Lieferanten
mittels eines gezielten Managements erst zur Umsetzung der
identifizierten logistischen Konzepte befähigt werden mussten. Aufbauend auf den Erkenntnissen einer Einkaufspotenzialanalyse
waren kritische Lieferanten zu identifizieren, deren mangelnde
logistische Performance sich signifikant auf die Produktion auswirkte.
Für diese Lieferanten war, um deren derzeitige Performance und die
Einflussfaktoren, die sich auf die Performance auswirken, zu erkennen,
die Erhebung ausgewählter Daten erforderlich. Hierzu zählten neben
allgemeinen Unternehmensdaten insbesondere logistische Daten, wie die
vereinbarte Art und Weise der Lieferung, Liefertermintreue, Bestell-
und Lieferrhythmen und der Lieferumfang. Der Analyse folgte das
Herausarbeiten von unternehmensspezifischen Störgrößen, die die
logistische Performance des Lieferanten negativ beeinflussen. Auf
diesen Erkenntnissen aufbauend wurden Maßnahmen erarbeitet, die eine
Verbesserung der logistischen Performance unterstützen. Beispielhaft
sind eine verbesserte Bedarfsvorschau, die Vereinbarung eindeutiger
Liefertermindaten und die Implementierung logistischer Prinzipien zu
nennen. Von besonderer Bedeutung erwiesen sich KANBAN und
differenzierte Bestellsystematiken. Die lieferantenspezifisch
ausgearbeiteten Konzepte waren gemeinsam mit dem Lieferanten zu
detaillieren und die Umsetzung vorzubereiten. Gestützt wurde dies durch
eine gezielte Lieferantenentwicklung. Die Umsetzung über die
verschiedenen Lieferanten erfolgte stufenweise. Eng mit der Umsetzung
verbunden war die Implementierung eines Controllingsystems. Hierzu
waren gemeinsam mit dem Lieferanten Messpunkte und Kriterien zu
erarbeitet, mit deren Hilfe die Performancemessung zu erfolgen hat.
Ebenso wurden Maßnahmen vereinbart, die bei der Feststellung einer
Abweichung von der vereinbarten Performance einzuleiten sind. Bei der Umsetzung zeichnete sich eine signifikante Erhöhung der Versorgungssicherheit bei einer gleichzeitigen Reduzierung des Bestell- und Steuerungsaufwands
ab. Gleichzeitig konnte das Bestandsniveau zwischen 60 und 80 Prozent
reduziert werden. Eine Ausweitung auf weitere Teile- und
Lieferantenumfänge wird folgen. TCW-FachseminarWeiterführende Literatur nach oben
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