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Integrierte Produktivitätsprogramme für KMU

[02.10.2008]

Die KMU der Werkzeug- und Schneidwarenindustrie sehen sich heute zunehmenden Marktanforderungen ausgesetzt. Gestiegene Kundenanforderungen sowie eine verstärkte Auftragsorientierung haben in der Vergangenheit zu einem erhöhten Kostendruck und der Forderung nach kürzeren Durchlaufzeiten in der Werkzeug- und Schneidwarenindustrie geführt. Um in diesem Umfeld langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, wurde im Rahmen des Forschungsprojekts ein integriertes Produktivitätsprogramm samt Methodenbaukasten konzipiert.

Als Vorbild für das Forschungsprojekt "integrierte Produktivitätsprogramme für KMU" dienten ganzheitliche Produktionssysteme, wie sie seit langem erfolgreich in der Automobilindustrie im Einsatz sind. Die besondere Herausforderung bei der Gestaltung des integrierten Produktivitätsprogramms war es, dies an die Bedürfnisse der kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Werkzeug- und Schneidwarenindustrie anzupassen.

Bevor eine praktische Ausgestaltung der integrierten Produktivitätsprogramme für KMU durchgeführt werden konnte, waren zunächst konzeptionelle Arbeiten notwendig. Basierend auf den theoretischen Modellen für Produktionssysteme wurde zusammen mit Experten aus der Werkzeug- und Schneidwarenindustrie ein Modell zur Produktivitätssteigerung entwickelt, das Gestaltungsfelder und Einflussgrößen beinhaltet. Hierbei sind die Gestaltungsfelder Materialfluss, Anlagen, Produktionsplanung und -steuerung, Qualität sowie Personal und Organisation zu nennen. Zu diesen Gestaltungsfeldern wurden verschiedene Einflussgrößen identifiziert, die Restriktionen und Besonderheiten bei der Konzeptionierung von integrierten Produktivitätsprogrammen widerspiegeln. Die Einflussgrößen wurden dabei in strukturelle und situative Größen unterteilt. Bei den strukturellen Einflussgrößen handelt es sich um Größen, die durch die Unternehmensstruktur vorgegeben werden. Daneben sind noch situative Einflussgrößen zu betrachten, die sich aus den aktuellen Restriktionen der einzelnen Gestaltungsfelder ergeben. Zu den dargestellten Gestaltungsfeldern wurden insgesamt 24 ausgewählte Elemente zur Steigerung der Produktivität definiert und in einen Methodenbaukasten überführt. Jedes der Elemente wurde hinsichtlich seiner Wirkungsweise beschrieben. Ferner wurde kurz eine Vorgehensweise für die Einführung des Elements skizziert. Im Vordergrund stand dabei eine zielgerichtete Orientierung an den Bedürfnissen kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Neben diesen konzeptionellen Arbeiten wurde in dem Forschungsprojekt eine empirische Untersuchung hinsichtlich des Verbreitungsgrades von integrierten Produktivitätsprogrammen und deren Methodeneinsatz durchgeführt.

Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurden über 210 Unternehmen aus der Werkzeug und Schneidwarenindustrie kontaktiert. Anhand der gut 50 Rückläufer lassen sich die folgenden Ergebnisse festhalten:

  1. Die Verbreitung von integrierten Produktivitätsprogrammen in der Werkzeug- und Schneidwarenindustrie ist sehr gering. Verdeutlicht wird dies auch durch den geringen Einsatz von Optimierungsmethoden insbesondere in den Gestaltungsfeldern Qualität sowie Produktionsplanung und -steuerung.
  2. Die Stärken der untersuchten Branche liegen vor allem bei der Optimierung der Rüstzeiten. Bedingt durch den Automatisierungsgrad der Produktion liegen hier vielfach langjährige Erfahrungen vor.
  3. Die befragten Unternehmen versprechen sich durch die Einführung von Optimierungsmethoden und dem Ansatz des integrierten Produktivitätsprogramms eine vielseitige Erschließung von Potenzialquellen.
  4. Zur Verbesserung der Methodenkompetenz sehen die befragten Unternehmen einen hohen Schulungsbedarf.
  5. Für die Zukunft erwartet die Mehrheit der befragten Unternehmen eine Umsatzsteigerung sowie Zuwächse beim Auftragseingang.
  6. Den Unternehmen fehlt die Fach- und Methodenkompetenz zur Gestaltung und Einführung von integrierten Produktivitätsprogrammen.

Die Ergebnisse der Untersuchung im Forschungsprojekt, hinsichtlich des Verbreitungsgrades von Optimierungsmethoden zur Produktivitätssteigerung, ließen sich in ein Konfigurationsprofil überführen. Dieses spiegelt den Methodeneinsatz eines typischen KMU der Werkzeug- und Schneidwarenindustrie wider. Hieraus wurden anschließend Defizite der Unternehmen aus der Werkzeug- und Schneidwarenindustrie abgeleitet und deren Ursachen skizziert.

Referenzmodell für zur Gestaltung von Produktivitätsprogrammen

Weiterführende Literatur:


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19. MMK
19. Münchner Management Kolloquium
Mehr unter:
www.management-kolloquium.de
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