Mit optimierten Auftragsabwicklungsprozessen zu einer erhöhten Kundenzufriedenheit
[08.01.2007]
Gerade bei produzierenden Unternehmen stoßen die
sich über Jahre im Unternehmen etablierten Auftragsabwicklungsprozesse bei
immer weiter zunehmenden Aufträgen an ihre Grenzen. Für eine langfristige
Lösung ist eine umfassende Optimierung der Prozesse unerlässlich.
Ein international agierendes Unternehmen des Maschinenbaus sah sich mit der Tatsache konfrontiert, dass stetig zunehmende Auftragszahlen intern zusehends schlechter abgewickelt
wurden und dadurch sich die Lieferzeiten gegenüber den Kunden
signifikant erhöhten. Auch über kurzfristige Stellhebel wie Mehrarbeit
und Leiharbeit konnten innerhalb der bisherigen Unternehmensabläufe
diese Herausforderungen nicht bewältigt werden. Als Ausweg aus dieser
Problematik wurde eine umfassende Optimierung der langjährig gewachsen
Auftragsabwicklungsprozesse als sinnvoll erachtet. Nach der Clusterung der Prozesse anhand der Auftragskomplexität wurde mit einem Referenzprozess
gestartet, mit dem die höchsten Auftragszahlen in Referenzjahr
verbunden waren. Nach der Definition der Betrachtungsgrenzen der
Prozessanalyse, von der Kundenunterschrift bis zur Auslieferung beim
Kunden, schlossen sich eine Problemsammlung und deren Clusterung an.
Darauf aufbauend wurde der Ist-Prozess analysiert, Bearbeitungs-,
Durchlaufzeiten und Prozessbeteiligte aufgenommen sowie gleichzeitig
Probleme im Ist-Ablauf auf Prozessschrittebene festgehalten. Als
wesentliche Schwachstelle wurde die schlechte Prozessdurchgängigkeit
identifiziert. Dies zeigte sich in der großen Anzahl von Rückfragen,
der hohen Doppelarbeitsquote und dem mangelnden Qualitätverständnis in
der Organisation. Ein weiteres Problemfeld lag in der unzureichenden
Informationsweitergabe der Vertriebsgesellschaften an die
Auftragsabwicklung. Als Vertriebstool diente ein über die Jahre
weiterentwickeltes Excel-basiertes Kalkulationstool. Je nach
Anwendungshäufigkeit durch den Vertriebsmitarbeiter schwankte die
Qualität der Preisbuchinformationen aufgrund der mitunter nicht
einfachen Bedienbarkeit stark. Aufbauend auf der Problemanalyse wurden verschiedene Lösungsansätze
formuliert, priorisiert und unter deren Berücksichtigung ein
optimierter Soll-Prozess abgeleitet. Über die Einführung eines
Konfigurators sollte ein für den Vertrieb einfach zu bedienendes Tool
geschaffen werden. Plausibilitätsprüfungen, eine automatische
Benutzerführung, vordefinierte Auswahlfelder und die automatische
Übernahmemöglichkeit in SAP erhöhte maßgeblich die Prozessqualität und
?durchgängigkeit und senkte die Bearbeitungs- und Durchlaufzeiten. Zur
nachhaltigen Fehlerreduktion wurde eine exakte Schnittstellendefinition
erarbeitet und Verhaltensregeln zum Umgang mit Fehlern und
Konfliktsituationen formuliert. Die weiteren Abwicklungsprozesse wurden
in nachfolgenden Prozessworkshops analysiert und vertiefende
Themenstellungen in Schwerpunktworkshops behandelt. Insgesamt konnte die Durchlaufzeit der Auftragabwicklung je nach Prozesstyp um 40-50 Prozent und die Bearbeitungszeit um über 30 Prozent verkürzt
werden. Die Erhöhung der Prozessqualität bewirkte die Minimierung von
Rückfragen und die Elimination von Doppelarbeit. Ein wesentlicher
Erfolgsfaktor war die Verbesserung der Qualität der vom Vertrieb zur
Verfügung gestellten Informationen durch Einführung eines
Konfigurators. Es hat sich gezeigt, dass die Fehlerfreiheit zu Beginn
des Abwicklungsprozesses entscheidend dazu beiträgt, die folgenden
Prozessschritte reibungslos und effizient ablaufen zu lassen. Die
signifikante Verkürzung der Durchlaufzeiten wirkte sich direkt auf eine
Verkürzung der Lieferzeiten aus und trug wesentlich zur Erhöhung der
Kundenzufriedenheit bei. Weiterführende Literatur
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