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Objektive Leistungsbeurteilung durch internes Benchmarking
[07.08.2002]
Die Beurteilung von Leistungen mithilfe der Methode des „Benchmarking"
ist ein weit verbreiteter Ansatz und hat vielerorts zur Optimierung
bestehender Strukturen beigetragen. Dennoch ist die Methode in ihrer
Anwendung häufig umstritten und verliert schlagartig an
Glaubwürdigkeit, wenn fragwürdige Kriterien zur Leistungsbeurteilung
herangezogen werden. Vergleicht man beispielsweise die sprichwörtlichen
Äpfel und Birnen hinsichtlich ihres Geschmacks, dürften sinnvolle und
übergreifend anerkannte Erkenntnisse kaum zu erwarten sein. Die
Verwendung von eindeutig messbaren Kriterien, wie bei Obst etwa der
Nährwert, führt dagegen zu objektiven Resultaten, die eine emotionsarme
und zielorientierte Diskussion unterstützen. Das TCW hat diesbezüglich
für eine Unternehmensgruppe ein Benchmarking-System mit
„State-of-the-Art"-Kennzahlen für den Produktions- und Logistikbereich
entwickelt, mit deren Hilfe der kontinuierliche Leistungsvergleich
unternehmensinterner Prozesse ermöglicht wird.
Der Anspruch der Unternehmensgruppe bestand in der Realisierung
eines Beurteilungssystems für Leistungserstellungsprozesse von
Einzelunternehmen mit ähnlichen, aber nicht gleichen Produktspektren.
Mit dem System sollten die unterschiedlichen Steuerungskonzepte der
Einzelunternehmen angenähert und kompatibel gemacht werden. Die Leitung
der Unternehmensgruppe sah darin die Voraussetzung, die
Gruppenstrategien abzustimmen und in die Einzelunternehmen „herunter"
zu brechen. Ferner sollten durch das System die spezifischen Logistik-
und Fertigungskompetenzen der Einzelunternehmen sichtbar und für die
gesamte Gruppe nutzbar gemacht werden. Zunächst wurden aus den
festgelegten Zielen der Unternehmensgruppe die Controllingbereiche in
der Produktion für das Benchmarking-Konzept identifiziert. Im
vorliegenden Fall waren dies die Bereiche Produktivität, Logistik,
Flexibilität, Qualität und Synergiebeitrag. Für jeden
Controllingbereich wurden möglichst einfache, spezifische und messbare
Kennzahlen festgelegt und in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern
aus allen Einzelunternehmen im Detail definiert. Dabei wurde großer
Wert auf die Verwendung bestehender Datenlandschaften gelegt, um den
Erhebungsaufwand für die fortlaufende Messung der Kennzahlen zu
minimieren. Die Kennzahlen wurden nach dem Konzept der „Balanced
Scorecard" auf lediglich einer DIN-A4-Seite zusammengefasst und für
jedes Unternehmen nach der gleichen Systematik strukturiert. Dadurch
konnte ein hohes Maß an Transparenz und Verständnis unter den
Mitarbeitern auf allen Leitungsebenen erreicht werden. Durch den
Einsatz einer automatisierten Datenerfassung war es möglich, ein
kontinuierliches Benchmarking im monatlichen Rhythmus darzustellen und
Leistungsentwicklungen in Form von Zeitreihen abzubilden. Das
Benchmarking-System war die Voraussetzung zur Identifizierung von
Bestleistungen innerhalb der Unternehmensgruppe. Durch die Übertragung
von Best-Practice-Lösungen und den Austausch von Spezialisten zwischen
den Einzelnunternehmen konnten Produktivitätseinsparungen insgesamt um
10 % realisiert werden. Darüber hinaus wurde zum einen ein
motivierender Wettbewerb zwischen den Einzelunternehmen aber zum
anderen auch die Grundlage zur gegenseitigen Anerkennung von
Kompetenzen geschaffen. Durch die Übersetzbarkeit von Strategien in
konkrete Leistungsvorgaben konnte die Anpassungsfähigkeit der gesamten
Gruppe an Marktveränderungen signifikant und nachhaltig gesteigert
werden. Weiterführende Literatur: - Controlling.
Leitfaden für Unternehmensstrukturen, Geschäftsprozesse und als
Frühwarnsystem, 10. Auflage, München 2003 (ISBN 3-929918-33-1)
- Self-Assessment-Tools. Checklisten zur Selbstbewertung von Unternehmen, 9. Auflage, München 2003 (ISBN 3-929918-68-4)
- Visualisierung
& Auditierung. Leitfaden zum Selbstcontrolling von
Geschäftsprozessen, 10. Auflage, München 2003 (ISBN 3-929918-25-0)
- Bestände-Halbe. Leitfaden zur Senkung und Optimierung des Umlaufvermögens, 7. Auflage, München 2003 (ISBN 3-931511-04-9)
- Supply Chain Management. Optimierung der Wertschöpfungskette, München 2003 (ISBN 3-934155-13-8)
- Produktklinik. Wertgestaltung von Produkten und Prozessen. Methoden und Fallbeispiele, München 1999 (ISBN 3-931511-27-8)
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Literatur
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Produktklinik Wertgestaltung von Produkten und Prozessen - Methoden und Fallbeispiele  Buch Produktklinik |
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Literatur
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Controlling Leitfaden für das Controlling von Unternehmensstrukturen, Geschäftsprozessen und als Frühwarnsystem  Leitfaden Controlling |
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