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Realisierung markenübergreifender Synergiepotenziale im Einkauf
[11.02.2004]
Die ständige Reduzierung der Einstandspreise gehört seit je zu den
Kernaufgaben im Einkauf. Die Schwierigkeiten bei der Realisierung
dieses Anspruchs erfordern eine differenzierte Auseinandersetzung des
Managements mit der jeweiligen Situation des Unternehmens und der
Beschaffungsmärkte. Vor allem in Unternehmen, bei denen mehrere, zum
Teil konkurrierende Marken unabhängig voneinander geführt werden, ist der traditionelle Hebel, die Bündelung von Einkaufsvolumina, zur Preisreduzierung nur erschwert einsetzbar. In Zusammenarbeit mit einem führenden Maschinen- und Anlagenbauer hat das TCW hierzu Methoden entwickelt, die den Ansprüchen eines Mehrmarkenunternehmens Rechnung tragen.
Ausgangssituation:
Aufgrund stark nachlassenden
Weltwirtschaft sind die Absatzvolumen von Handelswaren in den letzen
Jahren stark zurückgegangen.In der Konsequenz führt dies bei den
Ausrüstungsherstellern ebenfalls zu Absatzeinbrüchen, da der
Abnehmermarkt für Investitionsgüter mit starken Überkapazitäten
belastet ist. Der das Projektziel für den Einkauf des Anlagenbauers
stellte sich hieraus aufbauend so dar, dass die Einkaufsprozesse
dahingehend zu verbessern waren, dass durch Bündelung des
Einkaufsvolumens sowie einer damit verbundenen Lieferantenreduzierung
eine signifikante Reduzierung der Materialkosten erreicht werden
sollte. Zum Projektstart haben mehrere unterschiedliche Marken des
Unternehmens an verschiedenen, internationalen Standorten individuell,
aber mit ähnlichen Prozessen und teilweise ähnlichen Produkten agiert.
Eine gemeinsame Einkaufsstrategie wurde nicht verfolgt.
Vorgehensweise:
Kristallisationspunkt der Erarbeitung der Einkaufsstrategie war die
Definition eines strategischen Einkaufs, bestehend aus den
Einkaufsleitern der Einzelgesellschaften und -marken, welche in
Personalunion die Strategiedefinition einerseits und die operative
Umsetzung andererseits verantworten. Durch diese ‘virtuelle‘
strategische Einkaufsorganisation können einerseits die Belange der
einzelnen Marken berücksichtigt und andererseits eine organisatorische
Bündelung und Koordination der Aktivitäten erreicht werden. Nach der
eingehenden Analyse der Beschaffungsvolumina wurden 14 verschiedene
Materialgruppen, wie beispielsweise Rohmaterial, Guss oder Antriebe mit
über 100 weiteren Untergruppen gebildet. Für jede Materialgruppe wurde
ein Materialgruppenmanager aus dem operativen Einkauf einer
Gesellschaft eingeführt, dem wiederum Ansprechpartner aus allen von der
Materialgruppe betroffenen Gesellschaften zugeteilt wurde. Der
Materialgruppenmanager entwickelt in Abstimmung mit seinem Team die
Einkaufsstrategie der Gruppe für die jeweilige Materialgruppe, führt
die Verhandlung und schließt Verträge mit den Lieferanten.
Besprechungen und Meetings wurden aufgrund der weltweiten Verteilung
der Standorte hauptsächlich über ein Videokonferenzsystem durchgeführt.
Die erarbeiteten Strategien werden monatlich bei den Meetings des
strategischen Einkaufs diskutiert, überprüft und verabschiedet.
Ergebnisse:
Durch Standardisierung und Bündelung der Materialgruppen wurden
spezifische Einkaufsstrategien entwickelt und umgesetzt und damit die
Kosten stark gesenkt. Das gesamte Lieferantenmanagement konnte durch
die Einführung einheitlicher Tools wie zum Beispiel Bewertungsbogen für
Lieferanten oder Steckbriefe der Materialgruppenstrategien über alle
Standorte harmonisiert werden. Die Erfolge der Maßnahmen werden ein
weiterhin in einem neu eingeführtem, standortübergreifenden
Controlling-Konzept gemessen.
Weiterführende Literatur:
Seminarhinweis Materialkostensenkung - Neue Methoden im Beschaffungsmanagement 18.- 20. Feb./ 06.- 08. Okt. 2004 in München nach oben
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