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Leistungsfähige Produktionsnetzwerke – Der TCW-Weg zum geeigneten Footprint

[15.07.2026]

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Kostenreduktion, Vermeiden von Zöllen, Erhöhung der Resilienz, Nähe zum Absatzmarkt oder Neuzugang zu Märkten sind einige der aktuellen Beweggründe für die Veränderung von Produktionsnetzwerken. Wir raten dazu, quantifizierbare und qualitative Motive und Einflussfaktoren, die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken ganzheitlich zu betrachten. Nur weitreichende Transparenz ermöglicht es, die relevanten Entscheidungsfaktoren für Planung und Konfiguration heranzuziehen. Deshalb unterstützt TCW bei der Produktionsnetzwerk- und Fabrikplanung und begleitet die Umsetzung.

Was sind die aktuellen Herausforderungen?

Leistungsfähige Produktionsnetzwerke sind heute ein Schlüsselfaktor für Agilität und wirtschaftlichen Erfolg. In wirtschaftlich und politisch volatilen, unsicheren Zeiten mit komplexen Lieferketten wird es zunehmend wichtiger, dass die Unternehmen ihr Produktionsnetzwerk strategisch und operativ gut aufgestellt haben. Es geht um Kostensenkung, beispielsweise durch die Standardisierung und Modularisierung von Technologien, eine ausbalancierte Wertschöpfungsverteilung, die Nähe zum Absatzmarkt, die Schaffung eines Neuzugangs zu Märkten und Regionen, die Erhöhung von Resilienz mit Risikodiversifikation und aktuell immer bedeutsamer, um die Reaktion auf globale Zollpolitik. Es ist dadurch sicherzustellen, dass die Unternehmen bei unterschiedlichen Marktsituationen lieferfähig und die Standorte gut ausgelastet sind.

Welche Einflussfaktoren und Gestaltungsfelder sind zu betrachten?

Der Kosten- und Wettbewerbsdruck verlangt heute nach mehr als nach operativer Exzellenz eines einzelnen Standorts. Vielmehr ist das Netzwerk als Ganzes zu betrachten und auf das Zulieferernetzwerk abzustimmen. Zur Optimierung und Ausweitung des Produktionsfootprint arbeiten wir strategische und operative Ziele und Maßnahmen aus. Um die Ziele zu erreichen und ein performantes Netzwerkmanagement zu ermöglichen, betrachten wir dabei eine Vielzahl an Einflussfaktoren und Handlungsfeldern.

Durch Standortprofilbildung und die gezielte Verteilung von Aufgaben und Kompetenzen zwischen den Standorten wird die Effizienz eines Produktionsnetzwerks gesteigert. Es geht um die Fähigkeit eines Produktionsnetzwerks, Stückzahlen und die damit verbundenen Kapazitäten zwischen Standorten zu verlagern, seine Wertschöpfungsbreite und/oder Wertschöpfungstiefe anzupassen, neue Kernkompetenzen im Produktionsnetzwerk aufzubauen, Kernkompetenzen an Standorte zu übertragen oder bestehende Kernkompetenzen auf neue Produkte anzuwenden. Oftmals hilft es, das Produktionsvolumen dem Absatzvolumen anzupassen. Es sind die Wertschöpfungswege zu definieren und dazu eine geeignete Make-or-Buy-Strategie auszuarbeiten, wobei die Fertigungstiefe lokal unterschiedlich sein kann. Wir diskutieren Kapazitäten und die Frage, ob beispielsweise ein Leitwerk, ein Montagewerk und ein Ausgleichsstandort notwendig sind.

Eine Strategie ist nur erfolgreich, wenn sie auf dem Shopfloor ankommt. Deshalb betrachten wir das Thema ganzheitlich. Wir entwickeln Modelle und machen Ziele erreichbar – mit realistischen Roadmaps und operativ umsetzbaren Maßnahmen. Unsere Fabrikplanung konkretisiert, wie Produktionsprozesse ausgestaltet werden, beispielsweise hinsichtlich der einzusetzenden Technologien und des Automatisierungsgrads.

Fallbeispiel in der Chemieindustrie

Das Unternehmen produziert europaweit an verschiedenen, teilweise kleinen Standorten. Dabei ist das Produktportfolio teilweise überlappend, der Absatzmarkt, den die einzelnen Standorte bedienen aber europaweit. In dem Unternehmen hat jedes Werk die Maximierung der eigenen Wirtschaftlichkeit als Ziel verfolgt. Die Folge waren historisch gewachsene und heterogene Strukturen im Netzwerk. Mit zunehmender Größe führte diese Heterogenität zu einer erhöhten Komplexität, was das Netzwerkmanagement deutlich erschwerte. Gleichzeitig fehlte es an Flexibilität, um die Nachfrageschwankungen effizient zu auszugleichen. Das TCW wurde deshalb beauftragt, eine Strategie für die Netzwerkoptimierung auszuarbeiten, diese mit operativen Maßnahmen zu verbinden und in der Umsetzung zu unterstützen.

Es ging um die eindeutige Festlegung der Ziele der einzelnen Standorte und einen integralen Ansatz zur Aufgabenverteilung zwischen den Werken, der die Komplexität des Netzwerks beherrschbar macht.

Der erste Schritt war das Erfassen und Einordnen der Ist Situation mit Schaffung von Transparenz über die Rollen einzelner Werke und ein fundiertes Verständnis des aktuellen Footprint. Im Folgenden leiteten wir die Handlungsoptionen ab. Dabei denken wir Wertschöpfung ganzheitlich und bringen Benchmarks aus vergleichbaren Projekten mit ein. Wir entwickelten das Zielbild und den möglichen Entwicklungspfad und schufen so Orientierung anhand der Handlungsoptionen. Wir bewerteten Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken der Szenarien und entwickelten ein Entscheidungspapier für das Abstimmen des gesamten Produktionsnetzwerks. Aufbauend auf dem verabschiedeten Szenario entwickelten wir die Fabrikplanung als skalierbare, modulare Konzeption der Standorte, entsprechend ihrer Rolle, Kapazitäten, Technologien und Kompetenzen.

Welche Ergebnisse wurden erzielt?

Die Komplexität des Netzwerks wurde deutlich reduziert und für jedes Werk ein Leitbild geschaffen, das die Kommunikation der Rolle und der Entwicklungspfade deutlich vereinfachte. Darüber hinaus wurden unnötige Redundanzen im Netzwerk abgeschafft und die Leistungsfähigkeit des Netzwerks erhöht. Dazu wurden die Produktportfolios je Standort neu konfiguriert, Anlagen verlagert und in diesem Zug teilweise modernisiert. Die integrale Steuerung des Netzwerks bedeutet im Vergleich zur individuellen und unabhängigen Leitung jedes einzelnen Standorts erhöhte Koordinierungsaufwände, aber nur dadurch wurde die Komplexität des Netzwerks beherrschbar und die Synergien wirksam.

Lessons learned

  • Transparenz der Ist-Situation sowie die Klarheit der zukünftigen Szenarien sind wesentliche Erfolgsfaktoren.
  • Die Mechanismen zur Anpassung des Produktionsnetzwerks sind zu definieren und ihre Wirkung zu simulieren.
  • Die holistische Betrachtung von Strategie und Operabilität im Zusammenwirken mit der gesamten Supply Chain verstärkt die Nachhaltigkeit der Konzepte.
  • Erst die Implementierungsstrategie und ein effektives Change Management verhelfen dem Footprint-Konzept und der Fabrikplanung zum Erfolg.
  • Eine offene Kommunikationskultur fördert die standortübergreifende Einbindung von Domain-Wissen der Experten und Integration der Sozialpartner.

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